„Auf der Mauer“ – die Chronik

HU 74 – 1933

DAS 1. UHUBAUMFEST AUF DER MAUER

 

Am 5. Eismond. a. U. 74

Die 15. Sippung wurde im Zeichen des Uhubaumfestes abgehalten und waren bei derselben die Burgfrauen und eingeführte Gäste anwesend. Die Mutter AN DER KLAUSEN entsandte ihre Herrlichkeiten ZEMENT und WOLFRAM, den Vieledlen R. XENION, den Ceremonienmeister Ritter C3 H8 O3, sowie die Ritter DENTE und UETO , vom hohen Reyche AM WOGENRAIN war Ritter PAULUS, vom h. Reyche AQUAE THERMAE Ritter ALBERT, und vom hohen Reyche Am BÄRENWALL der Junker KURT eingeritten. Herrlichkeit Auswendig, welcher dem ersten Teil der Feier vorsippte, leitete das UHUBAUMFEST mit einer würdigen Ansprache an die Sassen, die eingerittenen Recken und die Burgfrauen, sowie die Gäste, ein.

Reichlicher Dank wurde den Sassen und ihren Burgfrauen gespendet, die zur Verschönerung der Burg und des Festes beigetragen hatten.
Den zweiten Teil der Festsippung als Neujahrsfeier, sippte Herrlichkeit VONGRATZ vor, der in seiner Ansprache des Jahreswechsels gedachte.
Reich waren die Geschenke die die Sassen der Colonie spendeten. Kantzelar Vieledler KARPFELES überreichte mit  freundlichen Worten ein SZEPTER, Ritter BOHRFEST sorgte für eine würdige Sitzgelegenheit der fungierenden Herrlichkeit durch Beistellung eines wunderschönen antik gehaltenen Thronsessels, Reychsschatzmeister SCHMETTERLING stiftete einen herrlichen Ornat für den Ceremonienmeister, der Gestrenge Ritter DIDELDUM spendete einen Notenständer, die Rittter EISERN , LOSE, und USINGER, demnach die gesamte Opposition, schenkten eine Sippungstafel und Junker HEINRICH stellte sich mit einen selbst gemalten Bild ein. Der Gabentisch war also sehr, sehr reich bestellt.

Die vielen Schmuspausen wurden durch Junker FRIEDL begleitet von einem Pilgrim am Clavizimbl, durch die Klänge seines Seufzerholzes zu aller Freude ausgefüllt. Es war alles im Allem ein sehr gelungenes Fest im Sinne schlaraffischen Geistes.

DIE 23. SIPPUNG

Am 7. Hornung a. U. 74

BURGFRAUEN - Sippung !

Einmal in der Jahrung soll denen Burgfrauen gezeigt werden wie SCHLARAFFEN fern der Heimburg den Uhutag verbringen. Die Colonie wollte und sollte nicht zurückstehen und hatte sich für diese Sippung besonders gerüstet. Nicht nur die eigenen Sassen waren eifrig am Werk, sondern auch die zahlreich eingerittenen Freunde aus den benachbarten Reychen waren eifrig am Werk. Auch sie trugen ihren Teil zum Gelingen Festes bei.
Die Herrlichkeiten AUSWENDIG und VONGRATZ lösten sich in der Funktion ab.

14 Sassen der Colonie, 6 Ritter befreundeter Reyche, 6 Pilgrime und zahlreiche Burgfrauen füllten die Burg.
Burgfrau Dideldum sang, begleitet von Ritter DIDELDUM am Klavizimbl, zu aller Freude-Lieder von Ehrenschlaraffen  E R L K Ö N I G und Junker FRITZ II. leitete die Vortragsfolge dann mit einem Prologerl ein. Die Opposition vertreten durch ihren prominenten Ritter E I S E R N , wiedmete den Burgfrauen passende und nichtpassende Worte. Junker FRITZ II. winselte auf seinem Seufzerholz. Ganz besonders lebhaften Beifall fanden die äußerst humoristischen Berichte des Ritters O -SO-LAMI des hohen Mutterreyches AN DER KLAUSEN, über die Gründung der Colonie AUF DER MAUER unterstützt durch ein reiches Bildmaterial. Ein Lichtbildervortrag ausgezeichneter Qualität.

Junker KURT des hohen Reyche  AM BÄRENWALL, fand großen Beifall mit seinen Gesangsvorträgen mit Selbstbegleitung am Klavizimbl. Unser Ritter K A N N S erfreute besonders die Burgfrauen mit dem Vortrag "Im Pyjama".
Der Uhutag  war sicherlich als ein voller Erfolg der Colonie zu buchen.


DIE 25. SIPPUNG

der Colonie Auf der Mauer
13. Lenzmond a. U. 74

Die Funktion hatte Herrlichkeit VONGRATZ.
Anwesend waren 18 Sassen, eingeritten waren Ritter PAULUS des hohen Reyches AMM WOGENRAYN, Ritter KARNIKEL des hohen Reyches GRAZIA, Ritter MEHR-C-D-S  des hohen Reyches AQUAE THERMAE und Ritter PURZL des hohen Mutterreyches AN DER KLAUSEN. Außerdem zwei Pilgrime.

An Stelle des aus profanen Gründen, seine Würde aIs Ceremonienmeister zurücklegenden Ritters BURSCHERL, wurde Ritter HE-RUCK zum Ceremonienmeister gewählt. Ritter BURSCHERL wurde seitens der fungierenden Herrlichkeit, der Dank des Reyches ausgesprochen und der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß er auch in fernen Landen sein angestammtes Reych nie vergessen möge.

Eine besondere Freude wurde der Colonie dadurch zuteil, daß Ritter des Mutterreyches und des hohen Reyches AQUAE THERMAE, nähmlich der Ritter PURZL von AN DER KLAUSEN, sowie der Ritter ALBERTI vm h . Reyche  AQUAE THERMMAE sich in der Colonie sesshaft  meldeten.

Die Wogen der Gründungsschwierigkeiten hatten sich nun geglättet und fast war alles in Vergessenheit geraten, als eine neue Beschwerde gegen die Colonie die hohe Allmutter PRAGA befaßte. Das hohe Reych Vindobona hat beim Sekretariat der Allmutter Beschwerde eingelegt, daß Sassen die in den Gemarkungen des Reyches Vindobona ihren Wohnsitz haben sich in der Colonie Auf der Mauer matrikulieren ließen. Diese Beschwerde wurde aber von der ALLMUTTER abgelehnt. In einen Sendboten an die hohe VINDOBONA schreibt das Sekretariat der ALLMUTTER am 2. des Lenzmondes a. U. 74:

Innigst geliebte Tochter Vindobona!

In Deinen Sendboten vom 11. Hornung weist Du darauf hin, daß in der Stammrolle der Colonie AUF DER MAUER , welche in derer Schlaraffenzeitung  veröffentlicht wurde, Sassen eingereiht sind, welche nicht innerhalb der Gemarkungen der Colonie AUF DER MAUER wohnen, sondern ihr Domizil in Wien, also innerhalb Deiner Gemarkungen haben. Du erhebst in Deinem Sendboten gegen die Weiterführung der in Wien wohnenden Sassen der Colonie Einspruch.

Dieser Einspruch aber kommt zu spät. Die Colonie Auf der MAUER erhielt, wie die Botschaft der ALLMUTTER vom 31. des Lenzmonds a. U. 72 kündet, nachdem die 60 tätige  Einspruchsfrist längst abgelaufen war, ohne daß von irgendeiner Seite ein Einspruch erhoben worden wäre, ihre Gründungsbewilligung. Hiemit ist auch die Sesshaftigkeit aller Sassen in der Colonie als zu Recht bestehend ausgesprochen.

Alle, die von Dir angeführten Sassen  der Colonie auf der MAUER , welche in Wien wohnen, das sind die Ritter  VONGRATZ , Ritter DIDLDUM, Ritter AQUARETTO, Ritter KARAT und Ritter PFIFFIG - sind bereits in der Schlaraffenzeitung No. 648 vom 1. des Ostermonds a. U. 72 veröffentlichen Stammrolle  der präsumptiven Erzschlaraffen enthalten.

Auch die Junker FRITZ I, FRITZ II. und Junker HEINRICH gehören der Kolonie vor  der ergangenen Gründungsbewilligung an. Auch ihre Aufnahme  wurde in der der   Schlaraffenzeitung kundgegeben.

Betreffend Ritter BURSCHERL haben wir  an die Mutter der Colonie die Anfrage gerichtet, ob dieser Sasse tatsächlich nach Bregenz übersiedelt ist, was uns bisher nicht gemeldet wurde.

Da Dein Einspruch nicht innerhalb der spiegelgemäßen Frist von 60 Tagen, die in diesem Falle sogar auf 90 Tage ausgedehnt war, kann ihm nicht mehr stattgegeben werden. Er ist nunmehr  unwirksam.

Selbstverständlich steht es Dir frei, gegen jede weitere Aufnahme eines in Deinen Gemarkungen wohnenden Prüflings, in ein in Deiner  Umgebung liegenden Reyches Einspruch zu erheben. Diesem Einspruch wird  dann gewiß von hier aus stattgegeben werden.

Mit frohmütigen Lulus

ALLMUTTER   PRAGA.

Praga am 2. des Lenzmonds a. U. 74

Die Geschehnisse in der jungen Colonie machten es verständlich, daß sich nur schwer ein Profaner entschließen konnte in dieser innerlich noch nicht gefestigten schlaraffischen Gründung, als Prüfling einzutreten.

Wenn trotz allem aber doch sich Einer fand, der den Gefahren, die sich ihm auf dem schlaraffischen Lebensweg entgegenstellten, die Stirn  bot so zeugt dies von männlichen, echt ritterlichen Mut und unzweifelhafter, allerdings noch unterentwickelten schlaraffischen Fähigkeiten und Gesinnung.
So steht es in den Aufzeichnungen der Colonie, als am 3. des Ostermond a. U. 74 der Hauptmann a. D. Inspektor der städt. Straßenbahnen Franz Bretschneider, - als Prüfling angemeldet wurde.

Am 6. des Windmonds a. U. 74 wurde dann sotaner Prüfling als Knappe No. 10 in Allschlaraffia aufgenommen.

DIE 29. Sippung - 1. RITTERSCHLAG

am 10. des Ostermonds a. U. 74

Funktion Herrlichkeit AUSWENDIG,
später, Herrlichkeit VONGRATZ.

In Anwesenheit von 23 Sassen und einem Prüfling, ferner zahlreichen Gastrecken aus nah und fern wurde der

feyerliche erste R I T T E R S C H L A G

in der Colonie AUF DER MAUER - zelebriert. Ritter DIDELDUM gab dieser Weihestunde durch Lieder von Hugo Wolf die richtige Stimmung, die sich, auf die Erhebung wartenden Junker, entsprechend übertrug.
Junker FRITZ, selbst vor dem Ritterschlag stehend fand auf dem Seufzerholz die zu Herzen gehenden Töne. So wurden nach einer gar feyerlichen Ansprache der fungierenden Herrlichkeit, dem Spiegel und Ceremoniale gemäß, die Junker
FRITZ I. - zum Ritter ENZIAN das almberauschte  Sonntagskind,
FRITZ Il. -zum Ritter FRIEDL - mit der Fiedel,
OSKAR  - zum Ritter MEDIZYNIKUS - der Sataniker, und Junker
HEINRICH zum Ritter  MAL EUCH WAS - der Mutige geschlagen.

Mit frohmütiger Begeisterung und schlaraffischer Herzlichkeit wurden die neuen Ritter von den Sassen der Colonie auf genommen.

Vortreffliche Vorträge der eigenen und eingerittenen Sassen bildeten den Rahmen der Festsippung, die sich bis in die späten Nachtstunden hinzog.

Nicht zu letzt gebührt herzlicher Dank für die Werdung junger, wackerer Ritter, der unermüdlichen Schulung im Geiste Uhus, dem Junkermeister Ritter DIDELDUfM.


DIE  BEWAFFNUNG !

Wie es streitbaren Recken ziemt, tragen auch die Sassen unseres Reyches gar fürchterliche Waffen.

Für die griffbereit zum Waffengebrauch an den Wänden unserer Engelsburg hängenden Angriffswaffen und Verteitigungswerkzeuge, sorgte in umsichtiger Weise der Kantzelar Ritter KARPFELES, indem er in seiner Waffenschmiede in mühseliger Arbeit gar blitzende und klingende Schwerter fertigte.

Desgleichen trug er für die Bewaffnung der Junker Sorge. Ein ganzes Arsenal spitziger Dolche steht auf dem Junkertisch zum jederzeitigen Gebrauch bereit.

Für die Knappen spendete der Ritter KNOCK OUT -des hohen Reyches VINDOBONA, fürtreffliche antike Partisanen.

Ein Wort noch über die gar eigenartige Bewaffnung der Sassen der Opposition. Wie diese Gesellen stets und immer etwas besonderes und anderes haben müssen und nie mit dem zufrieden sind was denen Sassen ansonsten recht erscheint, haben sich die Recken der Opposition für ihre Zwecke geeignete Waffen zugelegt.

An Stelle der Ritterschwerter tragen sie dräuende an Ketten hängende Morgensterne. Als fürchterliche Gewaffen aber haben sie, eine von Ritter USINGER unter Lebensgefahr erzeugte Kardaune, mit der sie gefährliche Schüsse auf den Thron abzugeben vermögen und ihre aufrührerischen Reden unterstützen.


DIE ZWEITE STAMMROLLE!

296. COLONIE  AUF DER MAUER. ( Mauer bei Wien. )

W ü r d e n t r ä g e r

Oae - AUSWENDIG - der Allesvergass-er, ( Preussler Ernst, Ing. Chemiker, Rodauner Zementfabrik, A. G. Waldmühle. )OR
OJ - nicht besetzt,
OK - VONGRATZ das Tamkind, Ez, OR. ( Trslde Wilh. Sekretär der gewerblichen Geschäftstelle im Parlament, Wien VII. , Urban Loritzplatz
K - KARPFELES, fischt frische Fische , C -MR, A. Frank Emil, MMaj or d. R Verwalter der Perlmoser Zementfabrik A. G. Kaltenleutgeben.
M - S C H W I T Z B O L D der Schwarzwälder, Ez, OR. Rumpold-Rumfels Friedrich Generalmajor d. R. Schwarzwaldgasse 4  
J - D I D E L D U M der Flüsterer, Ez. OR. (Prasch-Cornet Rudolf, Konzertsänger und Gesangspädagoge, Wien 7. , Lindengasse 4 )
SCH - S C H M E T T E R L I N G der Bedackelte, Ez. OR. ( Reitmayer Franz Hauptmann a. D Regierungsrat im Bundeskanzleramt.
Leipzigerstraße 23)
C - HE- R U C K  ans geht no, Ez. Sm. ( Glisch Edmund Stadtbaumeister, Lisingerstr. 22 )

Sesshafte Ritter.

A L B E R T I der Medizyniker, (Belai Augustin Dr. Arzt, Waldsanatorium Perchtholdsdorf, )

A Q U A R E T T O mit der Pipe, Ez., ( Wagner Ernst, akad. Maler, Architekt, Wien 13. , Maxingerstr, 16 )

B O H R F ES T der Hundling, Ez., ( Zimmer Martin, Zahntechniker, Langegasse 67 )

B U R S C H E R L der Schand-arm, E z., (Schenk Rudolf, Gendarmerie-Wirtschaftsinspektor, Wienerstr. 10)D O H L E der Klexer, H. ( Kafka Josef, Kunstmaler Perchtholdsdorf, Dr. Pokornygasse 2 ),

E I S E R N der Unermüdliche, Ez. OR. SR. Rp, (Reiner Wilh. Professor, Langegasse 113-115)

E N Z I A N das almberauschte Sonntagskind, (Bähre Fritz, Ing, Maschinenfabrikant, Wien 7, Oppelg. 9)

F R I E D E L mit der Fiedel, (Rektenwald Fritz jun. Kapellmeister, Wien 10. , Rothenhofgasse 34 )

H U F E I S E N der Dachreiter, Ez. W-A, Rp., ( Schuöeker Franz, Architekt und Stadtbaumeister, Dr. Kühneg. 12)

K A N N ' S - stets auch auswendig, MD., (Sommer Josef, Hauptmann a. D. Inspektor des Postsparassenamtes, Langegasse 26)

L O S E  -van der Goschen, Ez., (Aust Erwin, Chefmathematiker Marktgemeindegasse 16 )

M A L   E U C H   W A S der Mutige, T., ( Wassmuth Neinrich, akad. Maler, Wien13. , Ant. Langergasse 33)

M E D I Z Y N I K US ' der Sanatiker, Z., (Mautner Oskar, Dr. med. Chefarzt und Besitzer des Waldsanatoriums Perchtoldsdorf.

M U S S  -  I - K U S S Ez., (Rfauntz Franz, Disponent der Maschinenfabrik Schwanenstadt, Atzgersdorf, Schulgasse 3 )

P F I F F I G der Listreiche, Ez., (List Karl Dr. Rechtsanwalt, Wien, 6. , Getreidemarkt 13 )

P F U I - der Teufel, F., (Fünkh Herrmann, Dr. Lainz, Jagdschloßgasse 15)

P U R Z L  - der Praterspatz, Urs., (Schenk hans, Braumeister, i. R. Perchtholdsdorf, Nochstr . 8)

T R O P - von der Lethe, Ez. OR., ( Paschke Viktor, Direktor , Oelzeltgasse 15 )

U S I N G E R- der Uzer, Ez. Rt., ( Böhm Paul, Kaufmann, Perchtholdsdorf, Wienerstraße 45 )

W A S S E R N Ö C K - das Sclankerl, T., ( Heller Julius Dr, Kaltenleutgeben, Sanatorium Winternitz, )

AUF DER MAUER, a. U. 74/75

 

DIE 32. SIPPUNG

Auf der MAUER, am 2. des Lethemonds a. U. 74

Funktion Herrlichkeit A U S W E N D I G,
später Herrlichkeit V O N G R A T Z.

Nach der Sommerung versammelten die Sassen zu Beginn der Winterung zum ersten Male wieder. 19 Sassen der Colonie waren dem Rufe UHUS gefolgt. Es war selbstverständlich, daß der überwachende Ritter C3 H8 O3 des hohen Mutterreyches anwesend war.
Wie nicht anders zu erwarten, nahm einen Großteil der Sippung die Schlaraffiade in Anspruch. Doch auch die Kampfeslust schien sich während der Sommerung aufgespeichert zu haben und ersehnte scheinbar nur den 8eginn der schlaraffischen Arbeit, denn nicht weniger als vier Forderungen zu gar blutigem Zweikampfe folgten.

Daß auch während der Sommerung Schlaraffia nicht vergessen wurde, bewiesen die Ritter WASSERNÖCK und Ritter USINGER mit ihren Vorträgen zur Begrüßung, - und die Herrlichkeit AUSWENDIG in ganz hervorragender Weise, mit seinem Vortrag "Nachruf zur Sommerung ".

Eine neue Periode wurde mit Beginn der Winterung, des schlaraffischen Weiterlebens a. U. 74/75 begonnen, nähert sich doch die so heiß ersehnte Sanktion.

Allmutter PRAGA erfreute die Colonie AUF DER MAUER am 14. des Lethemonds a. U. 74, durch die Beantragung der Sanktion. Die letzte Prüfungszeit hatte begonnen.

In der Botschaft der hohen ALLMUTTER heißt es:

Unter Hinweis auf den § 38 des Spiegels zeigt
ALLMUTTER PRAGA

die beantragte SANKTIONIERUNG der COLONIE AUF DER MAUER an.
PRAGA, am 14. des Lethemonds a. U. 74
ALLMUTTER PRAGA
DEVAST, SCHNITZL .

Die Nachricht über die Beantragung der Sanktion der ALLMUTTER PRAGA, wurde getrübt durch den einige Tage später erfolgten Ahalla Ritt der Erbherrlichkeit UNSER DEVAST der GROSSE, der ALLMUTTER PRAGA.
Das ganze Uhuversum trauerte tief um diesen echten, großen Schlaraffen.

 

DIE 37. SIPPUNG

Auf der Mauer, am 6. des Windmonds a. U. 74

Funktion Herrlichkeit AUSWENDIG.

In Anwesenheit von 18 Sassen und zahlreichen Gastrecken aus nahen und fernen befreundeten Reychen, wurde zunächst der ambtliche Teil in der Schlaraffiade der Erledigung zugeführt.

Der Prüflinge BETSCHNEIDER wurde gekugelt und sogleich als Knappe 10 eingekleidet.

Der Fungierende begrüßte den jungen Sassen mit herzlichen Worten, was diesen veranlasste einen Monolog aus Körners  Schauspiel " Z r i n y n " zum Vortrag zu bringen.

Eingeleitet durch einen musikalischen Vortrag des Ritters M e d i z y n i k u s und durch ein Melodram
des Ritters W a s s e r n ö c k , begleitet vom  Ritter M u s s - i - K u s s am Klavizimbel, hielt sodann
Herrlichkeit A u s w e n d i g eine formvollendete Gedächtnisrede für die in Ahalla eingerittenen Sassen des Uhuversums.

Zum ewigen Gedenken vermerkt gehört auch eine Rede de Ritters- C3 H8 O3 unseres Überwachungsritters, der den Ahallaritt des großen Schlaraffen UNSER DEVAST des hohen Allmutterreyches, in bewegten Worten würdigte. Die Sassen der Colonie und die eingerittenen Gastrecken verharrten in stillen Gedenken in einer Minute des Schweigens.

Bei der Einkleidung des Prüflings B r e t s c h n e i d e r zum Knappen No. 10, sorgte Ritter C3 H8 O3 für einen gelungenen Uhublitz:
Kleider machen Leute, aber die Rüstung noch lange keinen SCHLARAFFEN.


DIE 39. SIPPUNG

Auf der Mauer, am 20. des Windmonds a. U. 74

Funktion Herrlichkeit AUSWENDIG.

Feuchtfröhliche Lethesippung in Anwesenheit von 18 Sassen  und 10 Gastrecken aus nah und fern, die nur durch die Nachricht vom Ahallaritt der Erbherrlichkeit UNSER DEVAST der GROSSE getrübt wurde. Die Trauersippung wurde gemeinsam mit dem hohen Mutterreych abgehalten.
Wie bei deren Schlaraffen üblich, trat nach dem treuen Gedenken schnell die Fröhlichkeit wieder hervor, psssende Vorträge brachten Ritter K O N T E R F E Y  über "Weißer und roter Wein"!, und Ritter

H U F E I S E N  Dialekt über die Welteislehre mit besonderer Beziehung auf den Mars. Was dann den fungierenden veranlaßte dem Vortragenden den Auftrag zu erteilen, demnächst in gleicher Art die Venus zu behandeln. Hiezu bemerkte Ritter H E R U C K, daß es doch vorteilhafter sein dürfte diese Venusbehandlung doch einem jüngeren Ritter zu übertragen.

Auf der Rostra erschienen weiters die Ritter S C H M E T T E R L I N G und E N Z I A N  die den Sassen über die Lethe erzählten.

In vorgerückter Stunde wurde die Sippung offiziell geschlossen und zur Burgfrauensippung erklärt. Unter hellem Jubel ritten nun acht Burfrauen ein.
Über Aufforderung der Herrlichkeit A U S W E N D I G klärte Ritter O-SALAMI des hohen Mutterreyches die BURGFRAUEN über Sinn und Zweck der Sippungen auf, worauf Ritter KANNS Dialektvorträge folgen ließ. Selbst Ritter MAL EUCH WAS deklamiert mit einem, bei ihm sonst nie beobachtetem Eifer und Begeisterung. Im folgen dann die Ritter Enzian Schmetterling, Eisern, Dohle, Kanns und Knappe 10.

Die reiche Vortragsfolge veranlasst Herrlichkeit AUSWENDIG für die vielen dargebrachten Opfer zu danken, was wiederum die Opposition veranlaßt, durch Ritter EISERN dem Thron ein Trank und Stankopfer zu bringen.

Nun übernahm Burgfrau KARPFELES die Funktion am Thron, unterstützt von zwen Recken der Opposition und schwang gar launig das Szepter. Die Höhe erreichte der Vortrag des Vieledlen KARPFELES in urwüchsiger Art, begleitet mehr laut als harmonisch, von Herrlichkeit AUSWENDIG am Klavizimbel.

Erst in später Nachtstunde wurde die durchaus gelungene Lethesippung geschlossen.


DIE 40. SIPPUNG

Auf der Mauer, am 27. des Windmond a. U. 74

Ton und Geisterheroensippung
Funktion Herrlichkeit VONGRATZ.
Anwesend 16 Sassen,
Eingeritten:
CM. Rt. LOSE
Rt. DIDELDUM
Rt. WERDA, alle vom h. Reyche VINOOBONA,
Rt. WAGEMUT, vom h. Reyche OLOMUCIA.

V o r t r ä g e
Ritter HUFEISEN, aus Huckebeins Werken.
Ritter DIDELDUM, Lieder v:om Rt. Erlkönig "Das Wandern"
Franz Liszt "Es muß was Wunderbares sein"
Ritter WAGEMUT " Gedicht- " Hab kein Interesse "
Ritter USINGER, Gedichte -"Die Virgienier", "Inspiriert und Einsamkeit'"
Ritter SCHWITZBOLD, " Die Virgenier und die alte Zeit",
Ritter KANNS, Weihelied, Gedicht v. R. Faust,
Knappe 10 mit Ritter KANNS: Einen Sketsch "Die RÄUBER"
Hkt. AUSWENDIG, - Mundartgedicht
Ritter KARPFELES, "Die Bürgschaft" in Schüttelreimen.

Als Nachtrag zur Tonheroensippung soll über die Stellung Schlaraffias zur Kunst gesprochen werden.
Die Schlaraffia hat die Pflege der Kunst zu einen ihrer Grundpfeiler gemacht, in der sicheren Erkenntnis, daß der Mensch sich um so mehr veredelt, je tiefer sich der Sinn für Kunst in ihm entwickelt.

Der Idealismus ist es auch, der uns zum wahren Kunstgenusse führt. Denn nur wer ein Ideal in sich trägt, vermag wirklich künstlerisch zu genießen.
Gerade durch diese tätige Mitwirkung, durch dieses sich Einfühlen in die Kunst wird ein besonderes Glücksgefühl erzeugt, was uns Schlaraffen so wunderbar ausfüllt.

Die Tonheroensippung wurde gar feierlich mit dem Absingen des Schlußliedes um 10. 45 des Abends geschlossen:

 

DIE 41. SIPPUNG

Auf der Mauer, am 4. Christmond a. U. 74

Schlaraffiade.

Funktion
Herrlichkeit AUSWENDIG,
Herrlichkeit VONGRATZ,

Die immer näherrückende Sanktionsfeier der Colonie wirft ihre Schatten voraus und die Schlaraffiade wird mit den vielfachen Fragen der entsprechenden Vorbereitung erfüllt.

Um eine klaglose Abwicklung dieser schwierigen Handlung, gemäß dem Spiegel und Ceremoniale zu gewährleisten, werden Ausschüße gebildet.

Wirtschaftsausschuß: Hkt. VONGRATZ, Marschall SCHWITZBOLD , Reychsschatzmeister  SCHMETTERLING und der Knappe 10.

Festburgausschuß: Ritter ENZIAN, MAL EUCH WAS, HE-RUCK und Ritter HUFEISEN.
Gästeausschuß: Kanzelar, Ritter KARPFELES, und die Ritter HE-RUCK, LOSE, EISERN sowie der Knappe 10.
Festausschuß: Hkt. AUSWENDIG, der überwachende Ritter C3 H8 O3 und die Ritter FRIEDEL und USINGER.
Ordensausschuß: Ritter HUMEISEN, ENZIAN und Knappe 10.

Herrlichkeit AUSWENDIG gedachte in bewegten Worten des Gründungstages der wegen der bevorstehenden Sanktionsfeyerlichkeiten ohne besondere Festsippung abgehalten wurde. Es wurde such für die bevorstehende Uhubaum und Sylvesterfeyer ein Ausschuß bestimmt.

Die Ritter USINGER, LOSE, SCHMETTERLING, ENZIAN und FRIEDEL, sowie Knappe 10.

Vermerkt sollte werden ein Vortrag der Herrlichkeit AUSWENDIG, aus dem reichen Schatz der Schöpfungen seines profanen Vaters, der wohl nicht Schlaraffe war und doch, gerade in seiner Erzählung die erste Bilanz so echt schlaraffisch zu den lauschenden Sassen durch den Mund des Vortragenden sprach.

Schluß der Sippung Glock 23.

 

DIE 42. SIPPUNG

Auf der Mauer am 11. des Christmonds a. U. 74

Funktion Herrlichkeit: AUSWEWDIG
Eingeritten: Erb. Hkt. DINGFEST des, h. Reyches AN DER KLAUSEN,
Eingeführter Pilger: Dr. Reg. Rat Piffl, durch Ritter SCHMETTERLING.
Anwesend 15 Sassen.

Vorträge:
Ritter EISERN , "Winternacht"
Ritter FRIEDEL, " Anekdoten über Friedrich d. Gr. "
Ritter USINGER, " Verbundenheit " , unseren Gast
Erbhkt. DINFEST  ehrend.
Herrlkt. AUSWENDIG,  " Geist "
Ritter PURZL, " Maikäfer und Spinne "

Der mit großen Beifall aufgenommene Vortrag der Herrlichkeit  AUSWENDIG, über Geist war gleichzeitig verbunden mit einer Stiftung des ersten I H I`s.

Im Anschluß daran entspann sich eine ziemlich heftige Debatte, die von der Opposition gegen Ritter ENZIAN geführt wurde, die aber doch nicht den gewünschten Erfolg einer Forderung zu Tage brachte.

In den Schmuspausen fanden die Beratungen bezüglich der Sanktionsfeier statt.
Erb. Hkt. DINGFEST überreichte dem Fungierenden für den Knappen 10 einen Urahnen der  ALLMUTTER, für dessen seinerzeitigen, in der Burg der Mutter AN DER KLAUSEN zur Türkenbefreiungsfeyer gehaltenen Vortrag.
Um 21. 15 Glock des Abends übergab Hkt. AUSWENDIG die Funktion der Sippung an Hkt, VONGRATZ.

Da das IHI für die vom Kampfe ermüdeten Duellanten, sowie der durch's scharfe Zusehen ermüdeten Herrlichkeit, gespendet wurde, sind die Duellanten, Ritter SCHWITZBOLD-SCHMETTERLING die ersten, die den IHI um einiges verringern. Diese ersten Duellanten waren so geschwächt, daß sie noch einige IHI"s vertragen hätten, was von Ritter ENZIAN zur Schande seines Namens, " der Almberauschte", sei`s gesagt beim zweiten Turney, absolut nicht der Fall war, da er sich energische weigerte, die von der Opposition gespendeten IHI's anzulaben. Nach einen dadurch hervorgerufenen heftigen Wortgefecht zwischen Opposition und Ritter ENZIAN wird die Sippung mit dem Schlußlied No. 80 um Glock 22.30 beendet.

 

DIE 44. SIPPUNG

Auf der Mauer, am 30. des Christmonds . U. 74
UHUBAUFEST und SYLVSTER-Sippung.

Funktion:
Herrlichkeit AUSWENDIG (Uhubaumfest, )
Herrlichkeit VONGRATZ (Sylvestersippung, )
Es waren anwesend 17 Sassen und ein Prüfling, sowie eine zahlreiche Schar liebwerter Burgfrauen und Gäste, ferner die Ritter PARTITUR des h. Reyches Vindobona und Ritter C-MOLL des: hohen Mutterreyches An der Klausen.

Die Vortragsfolge war überaus reichhaltig und wurde besonders der musikalische Vortrag der Ritter PARTITUR, FRIEDEL und Pilger Fenz, beifällig auf genommen, da es sich  diesfalls um Eigenfexungen des Ritters PARTITUR handelte.
Feierliche Stimmung löste wie immer das herrliche "Uhubaumlied"  von unseren Ritter DIDELDUM vorgetragen aus. Die Burgfrauen hatten Sorge getragen, daß auch die Tische in der Burg weihnachtliches Gepräge hatten und der Burgvogt mit seinen getreuen Helfern hatte einen Uhubaum geschmückt, der sich mit seinen Lichtern der verfinsterten Burg einen anheimelnden Rahmen gab.

Aus dem umfangreichen Vortragspergamentum:
Ritter BURSCHERL - Zum Uhubaumfest
Ritter SCHMETTERLING - Der Stern von Bethlehem,
Ritter PARTITUR, FRIEDEL und Pilger FENZ
Musikvortrag: Romanze und Seransde von Rt. PARTITUR
Ritter EISERN - Weihnacht,
Ritter ENZIAN - Vision zur Jahrungswende,
Ritter HUFEISEN - Neujahr und Venus
Pilger BIFFL - Heimgarten
Ritter USINGER - "Endlich einmal ein ernstes Wort",
Ritter DOHLE - "Duell"
Ritter MAL-EUCH-Was - "Der erste Bus"

Nach einer länger währenden Schmuspause begann dann die Sylvesterfeyer der Colonie AUF DER MAUER.
Zum Jahrungswechsel hielt Herrlichkeit VONGRATZ eine Ansprache die der Chronist im vollem Wortlaut und Umfang wiedergeben will, da eine im Archiv befindliche Aufzeichnung vorhanden ist. Überhaupt möchte ich erwähnen, daß z.B. alle Protokolle aus der Gründerzeit vollständig erhalten sind, was mir UHU sei Dank, die Arbeit an dieser Chronik überhaupt ermöglicht.

SYLVESTERANSPRACHE

gehalten von Herrlichkeit VONGRATZ in der Sylvestersippung
am 30. des Christmonds a. U. 74, profan 1933
in der COLONIE AUF DER MAUER

Wenn sich draußen die frosterstarrte, in das schneeige Weiß gekleidete Natur, anschickt die Wintersonnenwende zu begehen, feiert die Welt der Menschen den Wechsel eines Jahres. Wenn die Festgesänge der stillen heiligen Nacht des Weihnachtsfestes ausgeklungen sind und die freudig erregten Gemüter der Kinder und Großen wieder Ruhe gefunden haben, dann naht die Zeit wo der Mensch vor die Mauern eines neuen Jahres gestellt wird.     
In dieser Stunde, in der der Mensch zum Menschen findet, geziemt es sich wohl auch bei uns Schlaraffen, umso mehr in der jetzigen Epoche, ernste Worte zu sprechen. Ernst sind die Zeiten in denen wir zu leben gezwungen sind, ernst sind die Verhältnisse die wohl auf jeden drückend einwirken und die beinahe dazu angetan sein mögen, die in jeden Menschen lebende Freude einzudämmen. Wir alle wissen, die wir nur mit Anspannung aller unserer Kräfte in der Lage sind, das schwer auf uns lastende Schicksal wirtschaftlicher und seelischer Art zu ertragen und daß wir nur mit großer Mühe die Gefahr die sich rings um uns auftürmt, überwinden können.

So wie die profane Welt draußen, feiern auch wir Schlaraffen Sylvester und versammeln uns alljährlich im Kreise treuer Freunde um den wichtigen Schritt in ein neues Jahr gemeinsam zu tun. Noch ist alles in nebelhaften, undurchdringlichen Dunkel, noch ist für uns alle das kommende Jahr das Ungewisse, das Geheimnisvolle. Noch weiß Niemand was geschehen wird und doch gehen wir über diese Schwelle mit großen Hoffnungen.
In all dieser Not unter der die ganze Welt schwer ringt, gibt es für uns Schlaraffen einen Lichtstrahl, der immer wieder allwöchentlich einmal auf leuchtet und der die Sorgen an denen wir tragen, bannt. Wenn wir die Pforten der Burg überschreiten, dann fällt von uns allen Profane ab und es beginnt das Köstliche, das schlaraffische Leben. Wir werden in den Moment, wo wir den Helm aufs Haupt setzen, wo wir uns in die Rüstung kleiden zu neuen, zu anderen Menschen, wir werden Schlaraffen.

Es mag für den Aussenstehenden ungewöhnlich anmuten, wenn Männer die draußen im Wirtschaftsleben zu kämpfen gezwungen sind, sich finden um das edle Dreigestirn Schlaraffias, - Kunst, Freundschaft und Humor, auf eigene Art zu pflegen.

Diejenigen die uns nicht kennen und nicht wissen was Schlaraffia bedeutet, aber auch unseren Sassen möchte ich in dieser Stunde und gerade in dieser ernsten Zeit etwas über die Bedeutung Schlaraffias als Kulturfaktor sagen.

Die umfassende Organisation Schlaraffias, die Ausbreitung über fast alle Erdteile, hat ganz gewiß, neben der Pflege der Kunst und des Humors, dazu beigetragen, wertvolles deutsches Kulturgut in aller Welt bekannt zu machen. Der uns vorgeschriebene Gebrauch der deutschen Sprache, zeigt allein schon die Wichtigkeit dieses Umstandes.

Wer Schlaraffias Zeitungen liest und dort die unendliche Fülle wertvollsten Schrifttums in sich aufnimmt, der muß mir beistimmen, daß Schlaraffia kein Verein im gewöhnlichen Sinne ist, sondern daß es auch hier um eine Gemeinschaft von Männern handelt die es sieh auf ihre Fahne geschrieben hat, deutsches Kulturgut zu pflegen. Diese Pflege im schlaraffischen Sinne hat nichts mit Politik zu tun.

Wer das Wesen Schlaraffias ganz erfasst hat, geht in ihm auf, fügt sich den wohldurchdachten Formen des Spiegels und Ceremoniales als etwas selbsverständlichen und wird sein Schlaraffentum niemals freiwillig wieder lösen. Sollte einmal, aus irgendwelchen Gründen, Schlaraffia aufhören zu bestehen, dann würde damit deutscher Kultur des Wortes, schwerster Schaden zugefügt.

Was ich mich bemüht habe in vielleicht etwas umständlicher Form zu sagen, daß hat Herrlichkeit MARABOU der hohen FIRST IMM FELDE viel schöner und umfassender gesagt.

Willst Du dem Freund ins liebe Auge schau`n
An hohen Idealen Dich erbau´n,
Für edles Tun und Wollen Dich begeistern,
Des nächsten Not und stille Trübsal meistern,
Willst Du Schlaraffe sein von Fleisch und Blut,
Sei Treu, Sei Wahr, Sei Gut!

So wollen wir denn gefestigt und einig über die Schwelle des neuen Jahres, des schlaraffischen Jahres 75 schreiten und wollen uns in dieser feierlichen Stunde versprechen und das wollen wir halten, daß wir unseren schlaraffischen Idealen treu, wahr und gut sein wollen. Das Jahr 75, bringt uns- AUF DER MAUER durch die Sanktion schlaraffische Erfüllung. Wir haben uns unser Schlaraffentum wirklich schwer erringen müssen. Dieses Ringen um das schlaraffische Ziel hat uns umso fester zusammengeschweißt und hat uns gelehrt, daß große Ziele nur in fester und geschlossener Einheit erreicht werden können,

So so'll es in Zukunft bleiben. Das WALTE UHU!

Am 30. Christmond a. U. 74, also profan 30. Dezember 1933 , verkündete Allmutter  PRAGA, daß gegen die Sanktionierung der Colonia
" Auf  der  MAUER" kein Einspruch erhoben worden sei und daß demgemäß die AllMnutter 'die Ausfertigung der Sanktionabulle verfügt habe. In der Botschaft der Allmutter heißt es:

Gegen die beantragte Sanktionierung der COLONIE  AUF  DER  MAUER ist innerhalb der in § 38 des Spiegels vorgesehenen Frist kein Einspruch erhoben worden.

ALLMUTTER  PRAGA, verfügt demgemäß die Ausfertigung der SANKTIONSBULLE für die COLONIE.

Praga, am 30. des Christmonds a. U. 74
ALLMUTTER  PRAGA  - HYP, SCHNITZL