„Auf der Mauer“ – die Chronik

HU 77 – 1936

Das Reych AUF DER MAUER

Die 45. Sippung

Auf der Mauer, am 3. des Eismonds a. U.75

Schlaraffiade :
Funktion Herrlichkeit AUSWENDIG.
Eröffnung Glock 20.50 des Abends
Eingeritten: Ritter OSSA-LAMI v. h. AN DER KLAUSEN, '
Anwesend: 13 Sassen,

Sendboten: Blitzogramm der h. Allmutter: Sanktion MAUER bewilligt.
Vom h. Ingoldia: Stiftungsurkunde über eine Gaudeamuskette und Glückwünsche zur Sanktion.
Glückwünsche auch von der h. Hyppolytana und der h. Budapestia.

Der Reychsmarschall berichtet:
Durchschnittsbesuch im Christmond 16 Sassen,
Vorträge eigener Sassen - 23,
Duelle 6, Einritte 10.
Stand des Reychsschatzes RM. 529,15
Ritter SCHMETTERLING meldet den Pilger BIFFL zum Prüfling an.
Schluß der Sippung Glock 1050 des Abends.

 

Der Chronist möchte etwas nachholen. Es hätte dieser Brief dem hohen Reyche GRAZIA , vom 5. des Ostermonds a, U. 74 der in seinem Inhalt, die Zukunft Schlaraffias wesentlich verändern sollte, in der vorigen Jahrung bereits chronologisch auf gezeichnet werden müssen. Diesen Brief fand ich erst später in meinen Unterlagen.
Es heißt darin:

An die hohen Reyche DEUTSCHÖSTERREICHS!

Ausserordentlich wichtige Nachrichten aus dem Deutschen Reiche lassen es uns, dem ältesten Reyche: der Alpenländer in der Schlaraffia, als unsere Pflicht erscheinen, unverzüglich einzugreifen und mit Euch, vielliebe Schwester - Tochter - und Enkelreyche, in Verbindung zu treten.
Die gegenwärtige Entwicklung im Deutschen Reiche soll dort in mehreren schlaraffischen Reychen Entschlüsse ausgelöst haben, die geeignet sind, tief einschneidende Veränderungen zu bewirken; so verlautet zum Beispiel, daß die hohe AUGUSTA VINDELICORUM aus dem Verbande Allschlaraffias ausgetreten ist.
Noch fehlen genaue Mitteilungen über Form und Ausdehnung der Bewegung in den reichsdeutschen Reychen, doch wissen wir, daß darüber an verschiedene österreichischen Reyche und an einzelne Sassen nicht offizielle Sendboten ergingen, die geeignet sind, auch in Österreich eine Gefährdung unserer Gemeinschaft zu bewirken.
Wir wollen Euch, eingedenk des kulturellen Wertes Schlaraffias und insbesondere ihrer hohen Sendung für das Auslandsdeutschtum bitten, keine überstürzten Beschlüsse zu fassen und sich mit uns in den Bestreben zu vereinen, die schwere Krise zu überwinden.
Wir beabsichtigen die Einberufung einer Vertreterbesprechung aller österreichischen Reyche nach einem günstig gelegenen Ort, etwa Bruck a. M. oder Leoben. Wir bitten aber schon heute um postwendende Nachricht, was über die Lage Euch bekannt ist und von wo woher Einfluß zu nehmen versucht wurde.

Auch ersuchen wir um die Übersendung wörtlicher Abschriften der bei Euch eingelangten Nachrichten, ebenso um gefällige Namhaftmachung zweier Legaten für den Fall dringend werdender Einberufung.
Es grüßt Euch, Vielliebe,
in alter Treue EURE

GRAZIA
GRAZIA, den 5. Ostermond a. U.74

 

SCHLARAFFIA AUF DER MAUER im Eismond a. U. 75
LADUNG!
Schlaraffen hört!
Erhabene ALLMUTTER ! Innigstgeliebte Mutter AN DER KLAUSEN !
Vielliebe Schwesterreyche und Colonien!
Durch Uhus Gunst und auf die Warme Fürsprache unserer geliebten MUTTER AN DER KLAUSEN , hat die erhabene ALLMUTTER in Ihrer unerschöpflichen Gnade und Ihrer Weißheit, unsere COLONIE zum Reyche erhoben.
Wir Wollen diese höchste Feyer in gar festlicher und gar froher Weise begehen und laden hiermit herzlichst alle zu Schwert und Schild geborenen Recken, deren gar edle Burgfrauen und liebe Burgmaiden zu unserer
SANKTIONSFEYER
auf den 20. des Eismonds a. U. 75, Glocke 19. 30 geziemend ein.
Reytet ein in hellen Scharen und theilet mit uns die große Freude! Eines überaus hertzlichen Willekumms und unseres Dankes könnt Ihr gewiß sein!
mit frohmütigen Lulus !
Das Oberschlaraffat: Das Kantzlerambt:
AUSWENDIG, VONGRATZ KARPFELES

Festburg: Großer Saal im Gasthof TANNHEIM in Mauer b. Wien, Hauptplatz.
Wachtstube: Dortselbst ab Glock 17 des Abends.
An die vieledlen Kantzelare!
Es ergeht die dringende Bitte, die Anzahl der zuversichtlich einreytenden Sassen noch vor dem 10. des Eismonds a. U. 75 unserem Kantzlerambte ( profan: Major d. R . Emil FRANK, Kaltenleutgeben, Stollwiese 6) bekannt geben zu wollen.

 

In einen Rundsendboten an die Sassen der Colonie­ AUF DER MAUER heißt es:
R. G. u. H. z. !
SCHLARAFFEN HÖRT!
Kundt und zu wissen, daß unsere

SANKTIONSFEYER
f'ür den 20. des Eismondes a. U. 75 anberaumt wurde.
SCHLARAFFIA VERPFLICHTET!
Leset den § 57 des Spiegels!
Die Mitarbeit jedes einzelnen Maurer Sassen ist unbedingt erforderlich, um die würdige Durchführung dieses einzigartigen Festes zu gewährleisten.
Versäumet daher keine Sippung LULU !
Das Oberschlaraffat: Das Kantzlerambt:
AUSWENDIG eh
VONGRATZ eh. KARPFELES eh.
_____________

46. Sippung

der Colonie AUF DER MAUER,
am 8. des Eismonds a. U. 75
Funktion: Herrlichkeit VONGRATZ,
Einritte: Von hohen Reyche AM WOGENRAIN die Ritter PAULUS, BIBI, vom Mutterreych AN DER KLAUSEN, die Ritter E. Hkt. DINGFEST, WOLFRAM, und C3 H2 03.
Anwesend: 22 Sassen, 1 Prüfling,
Es wurden an diesem Abend 14 verschiedene Uorträge, auch musikalischer Art, gebracht. Herrlichkeit VONGRATZ aoPeliert an die Sassen, anl~Clich unserer bevorstehenden Sanktion, möglichst viele Mondbeiträge zu berappen.

Reitet ein in hellen Scharen so schloß die Ladung zur SANKTIONSFEYER
die für den 20. des Eismonds a. U. 75 in der Festburg im Gasthof TANNHEIM , an alle Reyche des Uhuversums aus gesandt wurde.
Und sie kamen von Nah und Fern.

Hatte die Colonie mit dem Einritt von ca. 150 Schlaraffen gerechnet, so kamen deren 279 eingeritten.

Die SANKTIONSFEYER

Auf dem hohen Balkon nahmen die holden Burgfrauen in großer Zahl und die profanen Gäste Platz.
Insgesamt konnten unsere Wachen weit über 400 Teilnehmer zählen. Fit großem Geschick gelang es den Ceremonienmeister der erhabenen Mutter und unseres eigenen, den Einritt festlich zu gestalten, Gäste und Burgfrauen gut unterzubringen.
Erbherrlichkeit Fichte, der Abgesandte der ALLMUTTER verstand es, die Zeremonie der Sanktionsfeyer erhebend und herzlich durchzuführen.
Seine Ansprache an das junge Reych war ein rhetorisches Kunstwerk mit dem er sich alle Herzen der Schlaraffen, aber auch der profanen Gäste im Sturm eroberte .
Als eines der schönsten Geschenke, die anläßlich der Sanktionsfeyer des jungen Reyches AUF DER MAUER übergeben wurden, ist der von der Erbherrlichkeit ALTES , dem ewig Jungen, -des hohen Reyches AM WOGENRAIN, gedichtete Hauskantus
Dem lieben Schwesterreyche AUF DER MAUER gewidmet von der Schlaraffia „AM WOGENRAIN“

Das Fest der Sanktionsfeyer wurde zu einen unvergesslichen schlaraffischen Ereignis. Leider findet sich in den vorhandenen Unterlagen kein Protokoll dieser denkwürdigen Sanktionsfeyer. In der 47. Sippung am 15. des Eismonds a. U. 75 wurde der Ritter QUELLIX vom h. Reyche AM BÄRENWALL, von der Herrlichkeit AUSWENDIG beauftragt eine protokollarische Abfassung über dis Sanktionsfeyer zu erstellen.

HAUSKANTUS

Dem lieben Schwesterreyche " AUF DER MAUER "
gewidmet von der Schlaraffia " AM WOGENRAIN ".
Melodie: Lied 79, "Strömt herbei. . . ".

Festgefügt aus mächt'gen Quadern
Unsre Burg nun aufrecht steht,
Die - frei von profanem Hadern­
Holder Eintracht Geist durchweht.
Oben thront als deren Hüter
In erhaben stolzer Ruh'­
Als das Höchste unsrer Güter
In Schlaraffia - der UHU'

Wo des Wienerwalds Gelände
Sich zum Tal herniedersenkt,
Reichen froh sich Bruderhände,
Von dem Streben nur gelenkt,
Unter UHU's sich'rem Walten
Wahrer Freundschaft, Kunst, Humor
Weit geöffnet stets zu halten
Ihre Burg, ihr Herz und Ohr.

Lasset stehend uns geloben
Was bei uns bleib 'Brauch und Sitt'
Und du, auf der Mauer droben,
Herer UHU, höre mit:
Dir zu wahren ew-ge Treue,
Sei's Panier, das uns vereint,
Gib, das stets durch Himmelsbläue
Hell auf uns die Sonne scheint?

Rt. ALTES der ewig junge AM WOGENRAIN.


Die 49. Sippung

Auf der Mauer, am 29. des Eismonds a. U. 75

Funktion Herrlichkeit VONGRATZ.
Die festliche Stimmung der Sanktion des Reyches hielt auch noch in der ersten Sippung die das Reych exekutierte an.
Herrlichkeit AUSWENDIG hielt eine von Begeisterung getragene gar feyerliche Ansprache an die Sassen, wobei er besonders das schlaraffische Zusammengehörigkeitsgefühl und die Freundschaft hervorhob.
Mit bewegten Worten schilderte er das festliche Bild des Einrittes der Vertreter der 25 Reyche in die Festburg und dankte zum Schluße seiner Ausführungen der Sassenschaft des Reyches für ihre Unterstützung, dieses Fest zu einem so feyerlichen und schönen gestaltet zu haben.
Der fungierende Oberschlaraffe zeichnete die Ritter Se. Vieledlen Kantzler KARPFELES, seine Genauigkeit Reychsmarschall SCHWITZBOLD, Reychsschatzmeister Ritter SCHMETTERLING, MAL EUCH WAS, HE-RUK, EISERN, ENZIAN und den Knappen 10, - durch eine Ansprache und den Dank des Reyches für ihre besondere Mühewaltung bei der Ausschmückung der Festburg, unter dem Beifall der Sassenschaft aus.
In gar strenger Prüfung wurde der Knappe 10 auf seine schlaraffischen Kenntnisse untersucht. Der Ritter Schulrat, Rt. EISERN ließ nicht mit ihm spaßen. Wenn aber dennoch die Prüfung als bestanden erklärt wurde, so mag die nachhaltende Festesstimmung ihren Teil mit zu dem Prüfungsergebnis gegeben haben.
Der Knappe 10 wurde nach erfolgter Verkündigung das Resultates, unter Einhaltung des Ceremoniales sofort zum Junker eingekleidet und ihm der Name " FRANZL" mit dem Prädikat" der FESTKADETT " verliehen.
Die Sippung erhielt noch eine ganz besondere Weihe durch die herrlichen Klänge des Seufzerholzes des Ritter SARASATE ( profan. Professor Drdla. ) vom hohen Reyche VINDOBONA.
UHU darf mit stolzer Freude auf die bisherige Entwicklung seines fröhlichen Burgvolkes zurückschauen; er kann aber auch der Zukunft hoffnungsfreudig und mit vollkommener Sorglosigkeit ins Auge blicken. So schien es zu Beginn dieser Jahrung und im waibergfröhlichem Reyche
AUF DER MAUER

Die Reyche Allschlaraffias welche bei der Sanktionsfeyer des Reyches AUF DER MAUER am 20. des Eismonds a. U. 75
in der Festburg vertreten waren:
Die hohen Reyche AM BÄRENWALL, FIRST IM FELDE, AM WOGENRAIN, BURKHARDIA, CLAUSTRONEOBURGIA, FERROSTADIA, AN DER LEUBEN, CASTRUM BRIGANDINUM, CASTELLUM CORNOVIAE, KREMISIA WACHAVIAE, BILIZIA, PRACHATIZIA, PIETAS JULIA, PONSONIUM, IGLAVIA, AOUAE THERMAE, NEOSTADIA, OLOMUCIA, VINDOBONA, LINZIA, TURICENSIS, GRAZIA; AN DER KLAUSEN, ALLMUTTER PRAGA.

STIFTUNGSURKUND

Vom hohen Reyche INGOLDIA , der Gaudeamusritter FÜRST WILDEFÜR VON DER WEYDEN . R. G. u. H. z!
Denen erleuchteten Oberschlaraffen, viellieben Rittern, frohen Knappen und frechen Junkern im lieben Schlaraffenreyche die gar fröhliche Botschaft, daß UHU -unseres Freundschaftsbundes heres Symbol, in seiner Weisheit den Ritter FÜRST WILDEFÜR VON DER WEYDEN , Botschafter und Ehrenritter des hohen Reyches AN DER KLAUSEN ect. ect. dermalen VIELEDLER und ORDENSMARSCHALL INGOLDIAS, der alten Donauschantzen, so in der Jahrung 67 item der Jahrung des 100. Werdefestes des Ehrenschlaraffen und fröhlichen Lebensmeisters GAUDEAMUS mit seiner fröhlichen Fexung: " Ich reit' in die Welt", ist zu einen allschlaraffischen Gaudeamusritter d. h. Reyches HAIDELBERGA erküret worden.
Daß UHU wiederum in gerechten schweren " Zeyttläuften"der Jahrung 75, ihm erleuchtet hat
EYNE GAR PRÄCHTIGE GAUDEAMUSKETTEN im STRAHLENGLANZE des LEUCHTENDEN HUMORS an der WAPPENSCHILDKETTEN als

GAUDEAMUS - TURNEY - KETTEN

so nach seiner Meinung, Entwurf und Willen ist insunders geschmiedet morden.
I T E M .
Einen Packen GÜLDENE TURNEY-SIEGERAHNEN .
Item: Einen Packen GÜLDENE GAUDEASMUS-TURNEY-AHNEN.

Am 20. des Eismonds a. U. 75 zur heren Sanktionsfeyer am hohen THRONE seiner von ihm auf seinen vielen Ritten in die Ostgauen und auch an "sonstenes gar wohlverehrten und einmals durch gar freundliche Fürsprach behüteten viellieben AUF DER MAUER , waszmaszen ihn auch gar innige Freundschaftt mit denen AUF DER DAUER- Sassen verbindet, insunders mit Derer Erhabenen Herrlichkeit AUSWENDIG und den Vieledlen KARPFELES, mit Genehmigung seines Reyches INGOLDIA, - als WANDERKETTEN itzo niederzulegen-mit der Bitt', daß sotane Ehrenketten in der all' Jahrung zur Gedenkung an den Ehrenschlaraffen GAUDEAMUS zu installieren den " GAUDEAMUS Sippung " nach dem Willen das hohen Thrones und aller zur Sippung eyngerittenen Maurer Sassen und Gastrecken, an jenen Ritter, Junker oder Knappen des hohen Reyches AUF DER MAUER - verliehen und um den Hals gehangen Werden und als sichtbar Zeychen des Gaudeamus-Jüngers eyn Jahr lang zu eygen seyn. Somit seyner fröhlichen Fexung im Geiste Gaudeamus, nach geheimber-schriftlicher Abstimmung aller eyngerittenen Recken die eynfach Mehrzahl der Stimmen erhalten hat.
Der Name des Turneysiegers und Jahrungszahl sollt jeweylen auff eynem Wappenschild der Ketten eyngegraben werden.
Waszmaszen aber die Turneyketten in folgend Zeytläufften gar wohl nach UHU's Weisheyt, des hohen Thrones undt der Recken Willen auff eynen anderen Gaudeamusreyter kunnt übergehen, sollt gleichzeitig mit der Siegerketten dem Sieger eyn GAUDEANUS- SIEGERAHNEN übergeben werden, so allzeyt am Helm zu tragen seye, -umb zu beweysen, dasundt wie offene ER des fröhlichen Turneys Sieger gewesen.
Jtem: Umb alle frohen Uhusöhns des Reyches undt die Gastrecken -so zur Gaudeamusfeyer Derer AUF DER MAUER " die Rostra gestürmt, -für die Pflege der fröhlichen Muse unseres frohen Lebensmeisters GAUDEAMUS dauernd zu belohnen, soll't als WILDEFÜR'S Dank undt nach erfolgter Ehrung des Siegers
allen - jenen - wackren - Streitern
so zum Turnsy dis Rostra gestürmt haben, eynen GAUDEAMUS - ­TURNEYAHNEN an den Helm heften. Ihm selbstens undt GAUDE AMUS zur EHR, UHU zur Freud, -AUF DER MAUER und INGOLDIA trotz aller schwerer Zeytläufte zur dauernden Freundschaft. Die jeweiligen zum Turney vorgetragenen Fexungen wollet - ­ich bitt Euch, durch den Vieledlen Derer AUF DER MAUER dem Stifter der Ketten in Abschrift übersandt werdender nit verfehlen wird, -s. o oftens UHU's Willen seyn wird, -zu sotanem Turney selbstens eynzureyten, umb Zeuge des frohen Turneys zu sein.
Möge das junge Reych AUF DER MAUER, betreut wie bisher von meyner viellieben AN DER KLAUSEN, -blühen undt wachsen bis in die fernsten Zeyten undt möge unsre Freundschaft bleyben unter UHUS Schirm bis ans Ende aller Tage. LULU EUCH vielliebe Freunde d. h. jungen Reyche AUF DER MAUER ! Also gegeben auf unserer WEYDENBURG , am 20. des Eismonds a. U. 75
Gaudeamusritter FÜRST WILDEFÜR VON DER WEYDEN.

DANKSAGUNG !

Wir sind ausserstande allen viellieben Schwesterreychen und allen viellieben Schlaraffen, die aus Anlaß unserer Sanktionsfeyer so überaus herzliche Beweise ihrer Zuneigung und Freundschaft gegeben haben, einzeln unseren tiefgefühlten Dank auszusprechen.
Sie mögen ihn freundschaftlichst auf diesem Wege empfangen. Durch ihre Anwesenheit und ihrer Anteilnahme ist unsere Sanktionsfeyer zu einem schönen Ereignis in Allschlaraffia geworden.
Wir hoffen, daß durch dieses Fest abermals unser Bund an Festigkeit gewonnen und der Zusammenhalt innerhalb Allschlaraffias neuerdings gestärkt wurde.

AUF DER MAUER, im Hornung a. U. 75

Das Oberschlaraffat: Das Kantzlerambt:
AUSWENDIG, VONGRATZ . KARPFELES.

 

Die 50. Sippung

Auf der Mauer, am 5. des Hornungs a. U. 75

Schlaraffiade
Funktion Herrlichkeit. VONGRATZ,
Eingeritten: Ritter SPINN-SPINN , vom h. R. REICHENBERGIA,
Ritter ZURILEU, vom h. R. TURICENSIS, Ritter MÄDILODIKUS, vom h. R. AN DER KLAUSEN. Anwesend: 17 Sassen,
Gegenstand der Schlaraffiade !
Laut Bericht des Marschalls: Durchschnittsbesuch im Eismonds: 20 Sassen, 12 Vorträge, Duelle 0.
Erb. Hkt. HUM der h. VINDOBONA und Rt. C3 H8 O3 des h. Reyches AN DER KLAUSEN, wurden zu
E H R E N R I T T E R N
erkürt.
Die Überreichung der Ehrenhelme erfolgt aber erst gelegentlich des Ordensfestes am 23. des Ostermonds.
Ritter Burscherl meldet sich fahrend gen Bregenz.
Ritter PFUI der TEUFEL meldet seinen freiwilligen Austritt. Ritter ENZIAN ersucht um Enthebung seines Ambtes als Burgvogt. Dem Ansuchen wird stattgegeben und dis Junkertafel mit der Führung der Burgvogtei betraut.
Das Gaudeamusturney wird auf den 12. Lenzmond a. U. 75 festgesetzt und gilt gleichzeitig als Thema für das Junker­und Knappenturney zum gleichen Tage.
Stand des Reychsschatzes: R. M. 10. 69 Vorträge:Rt. USINGER, -noch einmal Sarasate und über Kunst und Freundschaft und Humor.
Rt. SCHWITZBOLD, mit Dolmetsch Rt. EISERN.
Rt. ZURILEU, " Was ist ein Weib ? "
Rt. SPINN-SPINN, Blitzvorträge über Conjugieren. .
Rt. KARTUM, "Liebesleben im Butterfass", Ehetritt,
Rt. USINGER, bringt den Vortrag des Rt. MUSIKUSS
über seinen Unfall!(Beinbruch, )
Rt. EISERN, "Skizzen aus dem Schulleben".
Rt. HUFEISEN, " Eswar einmal".
Junker FRANZ, Der Ring von Kernstock.
Schluß der Sippung Glock 22.50 des Abends.


Das profane Datum, 12. Februar 1934

Die 51. Sippung .

Auf der MAUER, am 12. des Hornungs a, U. 75
Infolge profaner Verhältnisse
STANDRECHT ,

muß die 51. Sippung des Reyches AUF DER MAUER entfallen.

Der Kantzler: KARPFELES.

 

In einem Sendboten der ALLMUTTER PRAGA an das Reych wird, einem Entwurf zugestimmt, betreff Willkomm-Ahnen. Es heißt darin:
R . G. u. H . z. !
Innigstgeliebte Tochter AUF DER MAUER !
Wir geben Dir kundt und zu wissen, daß wir Deinen Entwurf eines Willkomm-Ahnen genehmigen.
Wir wünschen und hoffen, daß Du recht oft in der Lage bist, ihn, Deinen einreitenden Gästen zum Angedenken an frohe Stunden zu verleihen.

Mit frohmütigen Lulu's !

ALLMUTTER P R A G A .
Praga, am 10. des Lenzmond a. U. 75 HYP, SCHNITZL.

 


Die 54. Sippung

Auf der MAUER, am 5. des Lenzmonds a. U. 75
Schlaraffiade.
Funktion: Herrlichkeit AUSWENDIG,
Eingeritten: niemand, . Anwesend: 21 Sassen,
Herrlichkeit AUSWENDIG hält der in Ahalla eingerittenen Eb. Hkt. STOPPEL, des h. Reyches VINDOBONA, einen tiefempfundenen Nachruf .
der Sippungsbesuch im Hornung betrug durchschnittlich 14 Sassen. Vorträge eigener Sassen 24.
Stand des Reychsschatzes RM. 4. 44
Der Prüfling Reg. Rat Friedrich Biffl wird weiß gekugelt und als Knappe 11 , in Allschlaraffia auf genommen . Ritter SCHMETTERLING meldet den Pilger Herrn
Dr. Schallerböck - und Ritter HUFEISEN, den Pilger Ing. Hörbiger, zu Prüflingen an.
Unser G r ü n d e r - Ritter RASANT, wird zum Oberschlaraffen des Inneren gewählt, nimmt die Wahl an und leistet die spiegelgemäße Angelobung.
Mit dem Liede " Lulu Praga " wird die Schlaraffiade geschlossen.
Die in der vorangegangenen Schlaraffiade neu erkürte Herrlichkeit Ritter RASANT, übernimmt mit herzlichen Worten des Dankes für die Wahl, die Funktion von Herrlichkeit AUSWENDIG, versichert in beredter Weise der Sassenschaft seine unabänderliche Treue zur Sache des Reyches AUF DER MAUER - und vollzieht als erste Funktion hierauf die Angelobung des Prüflings Reg. Rat. Fritz Biffl, der als Knappe 11, sohin Sasse des Reyches wird.
Vorträge: Junker Franz, Gedicht von Kernstock,
Junkermeister Rt. DIDLDUM , 3 Lieder:

Aus dem 16. Jahrhundert,

Lass rauschen Sich'lein,

Guter Gesell.

 

Rt. USINGER, Die Frühlingszeit,
Duelle: Hkt. VONGRATZ contra Rt. LOSE.
Thema, geistig geschärft: "Der Hahn am Mist".
Sieger: Rt. LOSE.
Schluß der Sippung: Glock 11. 10

Die 58. Sippung

Auf der MAUER, am 4. des Ostermonds a. U. 75

Schlaraffiade
Funktion: Herrlichkeit AUSWENDIG ,
Eingeritten: Hkt. KRAMPELSTEIN, vom h. Reych NEOSTADIA, Rt. BITTSCHÖN und Rt. C3 H8 O3 von h. Reyche A N DER KLAUSEN .
Anwesend: 17 Sassen,
Sippungsbesuch im Lenzmond im Durchschnitt 21 Sassen, 20 Einritte, l2 Gastvorträge, Vorträge eigener Sassen 13. Duelle 4,
Stand des Reychsschatzes: R. M. 36. 89
Die 58. Sippunq:
Anwesend: 17 Sassen, 2 Prüflinge, 1 Junker, 1 Knappe.
Vorträge: Prüfling Ing. Hörbiger:" Ostergrüße aus Tirol",
Ritter WASSERNÖCK:"Frühlingsstimmung und Spatzen",
Hkt. KRAMPELSTEIN: verschiede Dialektdichtungen,
Junker FRANZ bringt, das ihm vom Thron aufgegebene Ritter Thema: " Schlaraffia und die moderne Zeit".
Schluß der Sippung Glock 10.45 des Abends.

Im Ceremoniale liegt der Schlüssel zum Lebensquell der schlaraffischen Gedanken, die so manchem nur deshalb ein Geheimnis bleiben, weil er den Wert der äußeren Formen unterschätzt und dieselben folgedessen nie in solchen Grade beherrschen lernt, daß er sie mit natürlicher Leichtigkeit anzuwenden versteht. Der nüchterne Alltagsmensch dürfte freilich in den schlaraffischen Gebräuchen kaum mehr sehen als einen großen banalen Unsinn, der nur alberne Menschen anziehen und erfreuen kann.
Den ernsten Sinn und die tiefe symbolische Bedeutung des Ceremoniales erfaßt man erst durch ein williges und gemütvolles Sicheinleben in seine scherzhaften Formen.

Die 60. Sippung

Auf der Mauer, am 16. des Ostermonds a. U. 75
Festsippung - RITTERSCHLAG
Eröffnung Glock 8. 30 des Abends,
Funktion: Herrlichkeit VONGRATZ
Eingeritten: Aus dem hohen Reyche BURCKHARDIA: Hkt. BAHÖLL, Hkt. PUTSCH und die Ritter BEZ, TEDIGREE, THURN WAS TAXIS, GSCHWIND und Ritter XANDL.
Aus dem hohen Reyche VINDOBONA .
Hkt. BIM, die Ritter NOTABENE, KINO, STEFANIUS, SCHWUPPI, PARAPFRASTUS, WEHWALT, MEDICARUS, TIEF, LEO D'OR, HEIT Z'HAUS, GALLUS, TRESOR, NEGRO, und der Ritter GAMBRINUS.
Aus dem hohen Reyche AN DER KLAUSEN: Ritter JULES VERS, DEUTE, TAUCHER, und Junker RUDOLF .
Eingeführte Pilger: Ing. Unger, Burgknäpplein Brettschneider.
Anwesend: 20 Sassen, 2 Prüflinge.
Das Ordenskapitel des hohen Reyche BURCKHARDIA , ernennt Herrlichkeit RASANT - zum Stiftsherrn,
und der Ritter KARPFELES erhält den Verdienstorden I. K1. taxfrei.
Der Junker FRANZL der Festkadett, wird in gar feyerlicher Weise zum Ritter geschlagen und erhält den Namen­
TOMMY DER ZIGEUNERBARON
Voträge: Rt. GAMBRINUS . Wink an seinen profanen Vorgesetzt.
Hkt. BIM Worte zum Ritterschlag. , .
R t. TIEF : Arie aus der verkauften Braut, von
Smetana und Arie aus "die lustigen Weiber von
Windsor", begleitet von Rt. PARAPHRASTUS.
Rt. SCHWUPP, Schlaraffische Episoden.
Rt. WEHWALT, Feldeinsamkeit von Joh. Brahms.
Rt. PARAPHRASTUS, Dorfmusik, Lieder von F. Schubert.
Schluß der Sippung Glock 11:30 des Abends.
Der Schriftführer SCHWITZBOLD.

 

Die 62. Sippung

Schlußschlaraffiade derer AUF DER MAUER , am 30. des Ostermonds a. U. 75

Eröffnung Glock 6, 30 des Abends, Funktion: Herrlichkeit RASANT .
Anwesend: 24 Sassen,
Eingeritten: Hkt. BAHÖLL, K. THURN WAS TAX'IS, vom h. Reyche BURCKHARDIA.
Ritter SCHLAU, vom h. Reyche FERROCHALYPSIA, Ritter WAGEMUTH, vom h. Reyche OLOMUCIA, Ritter STEFANIUS, Uom h. Reyche UINDDBONA, Ritter C3 H8 O3, vom h. Reyche AN DER KLAUSEN.
Hkt. BAHÖLL des hohen Reyches BURCKHARDIA , gibt bekannt, daß er abwechselnd mit Hkt. NYMROD in der Wintereng 75/76 jeder Sippung AUF DER MAUER " anwohnen wird.
Die Prüflinge Dr. Schallerböck und Ing. Hörbiger werden weiß gekugelt und als Knappen 12 bzw. 13 in Allschlaraffia aufgenommen.
Der Durchschnittsbesuch in der Winterung 74/75 betrug 21. 6 Sassen.
Den Jahrungsring erhielten die Herrlichkeiten AUSWENDIG und VONGRATZ, K . Rt. KARPFELES, M. SCHWITZBOLD und die Ritter ENZIAN und TOMMY.
Der Überwachungsritter C3 H8 O3 wird feyerlichst zum EHRENRITTER geschlagen und anschließend wird ein Ehrenritt exekutiert.
Den Vorsitz zur folgenden Wahlsippung führt Ritter HE-RUCK. Als Wahlprüfer werden die Ritter TROP und KANN'S erkürt. Gewählt wurden:
Zu Oberschlaraffen: Ritter AUSWENDIG, RASANT und VONGRATZ.
Zum K. KARPFELES, M. SCHWITZBOLD, J. DIDELDUM,
Sch . SCHMETTERLING, und C . HE-RUCK .
Reychsschatzprüfer: Rt. EISERN und RT. HUFEISEN.
Zum gr. OR außer den lt. Spiegel § 76 genannten:Rt. SCHWITZBOLD,
Rt. SCHMETTERLING, EISERN und TROP.
R . HE-RUCK, LOSE, PURZL und USINGER .
S-R EISERN, Md . PURZL
W-A HUFEISEN, F. TRDP
A KARPFELES. H . LOSE
B TOMMY T. ENZIAN und WASSERNÖCK
Z MUSS-I-KUSS RT. USINGER

Stand des Reychsschatzes:79 Reychspfennig.

Anlässlich des 75. Wiegenfestes der hohen ALLMUTTER PRAGA wurde im Reyche AUF DER MAUER der Beschluß gefaßt, eine besondere Ehrung und Freude der ALLMUTTER zum Geschenk zu machen. Es wurde ein Sendbote abgefasst:
ERHABENE ALLMUTTER !
Aus allen Gauen des Uhuversums strömen die Ritter Allschlaraffias gen PRAGA, um Dir zur Feyer Deines 75. Geburtstages die Glückwünsche Deiner Töchterreyche zu Füßen zu legen.
AUF DER MAUER
Dein jüngstes Tochterreych, Dein Schmerzenskind, -wir wollen Dir heute einen besonderen Beweis unserer Liebe und Ver­ehrung bieten.
Unser jüngster Ritter, TOMMY , wird nach alten Ritterbrauch von Burg zu Burg reiten, teilnehmen an dem Ritterspiel und Kampf- und reich an Ehren und Anerkennung, ( das sind wir sicher), nach scharfen Ritt auf Schusters Rappen vor Deinen Throne erscheinen. Er wird Dir unsere innigsten Wünsche für weiteres Wohlergehen und damit dem Gedeihen Allschlaraffias, überbringen.
Unser Ritter TOMMY der Zigeunerbaron wird am 3. des Lethemonds a. U. 75 unsere Gemarkung verlassen und Dir erhabene ALLBUTTER, den Nachweis über den weiten, gefahrvollen Ritt, nach seiner Ankunft überbringen.
In Treuen und Erfurcht gegeben
am 1. des Lethemonds a. U. 75 AUF DER MAUER

Ritter TOMMY der Zigeunerbaron hat seinen Reychsauftrag zur vollsten Zufriedenheit erfüllt. Leider findet sich kein Reisebericht über diesen Ritt auf Schusters Rappen bis nach Prag. Die hohe ALLFUTTER aber hat in einen Sendboten an das Reych die Ankunft unseres Gratulanten bestätigt. Es wurde außerdehm vom Reych eine Denkschrift an die hohe Allmutter verfaßt und künstlerisch durch Ritter Dohle ausgeführt. Zum Stiftungsfest werden auch zwei Ritter des Reyches AUF DER MAUER delegiert und zwar Ritter TROP und Ritter SCHMETTERLING.

 

Ein Sendbote der ALLMUTTER PRAGA an das Reych.
Schlaraffia P R A G A
R. G. u. H:z. .

Nach gewissenhafter und eingehender Vergleichung der von Ritter TOMMY der Zigeunerbaron des hohen Reyches AUF DER MAUER vorgelegten Reisebestätigungen mit Spezialkarten und nach Einholung mehrerer Sachverständigengutachten, wird hiemit feyerlich bestätigt, daß besagter Ritter TOMMY den Ritt von den Gemarkungen seines hohen Reyches bis Praga ordnungsgemäß per pedes zurückgelegt hat, allwo er am 19. hu, jus zu unser aller Freude gesund eingelangt ist.
Zwecks Indentifizierung der vorliegenden Dokumente werden dieselben mit dem Rundsigillum der ALLMUTTER versehen.
Praga, am 20. des Lethemond a. U. 75.
Das Kantzlerambt
SCHNITZL.

Die 65. Sippung

am 15. des Lethemonds, AUF DER MAUER­

In dieser Sippung werden die Ritter TROP und SCHMETTERLING , die zum Wiegen fest der ALLMUTTER nach Prag reiten, vom Thron mit der Vertretung des Reyches betraut und ihnen die Adresse an die Praga übergeben. Ferner werden sie beauftragt, einen genauen Bericht über die Feyerlichkeiten und Vorfälle zu verfassen. Ritter USINGER schlägt vor , auf Reychskosten den Rittern ein Stück Seife und eine Bürste mitzugeben, damit sie Ritter TOMMY, den sie unterwegs vielleicht aufnehmen müssen, und der von der Fußreise sehr staubig sein wird, reinigen, bevor er einreitet.
Der Thron hält das aber für überflüssig. Ritter ENZIAN wird für die Ausführung der Dankadresse an die hohe ALLMUTTER PRAGA, bedankt.

Die 66. Sippung

Auf der MAUER. am 22. des Lethemonds a. U. 75.
Eröffnung Glock 2040 des Abends .
Funktion: Herrlichkeit RASANT.
Eingeritten: Hkt. WOLFRAM, Rt. REMBRÄTL v. h. Reyche AN DER KLAUSEN. Anwesend: 25 Sassen,
Vorträge: Ritter FRIEDL, Canzonetta v. Tschaikowsky,
Ritter HUFEISEN, „Der Himmel".
Ritter TOMMY, Reisebericht vom Ritt in die Allmutter PRAGA.
Es heißt im Sippungsprotokoll weiter:
Die Sippung begann mit einem feyerlichen Empfang von Ritter TOMMY, der zum 75. Stiftungsfest der Allmutter auf seinen zweyen Schweißfüßen gen Praga geritten war.
Er wird nun mit einen gar kräftigen Maurer -Bangk begrüßt. Ritter TOMMY der Zigeunerbaron präsentiert der Opposition seine Schuheinlagen.
Ritter EISERN ward durch diesen Gasangriff zu Boden gestreckt und mit viel Mühe von beyden Reychsbadern zum Leben zurückgebracht. Da Ritter EISERN der Protokollführer selbst ist und er während dieser Zeit seyner Sinne nicht mächtig war, hat er dieses Protokoll nur vom Hörensagen ergänzen können.
Ritter TOMMY soll der Titul eines " Hatsch i gen Praga" verliehen werden.
Es wurden an diesen Sippungsabend vier Duelle ausgetragen.
Ritter AUSWENDIG, kontra Ritter LOSE,
Ritter ENZIAN, kontra Ritter HE-RUCK,
Ritter EISERN, kontra Ritter KARPFELES,
Ritter SCHWITZGOLD, kontra Ritter MAL EUCH WAS,
Sieger: 1. AUSWENDIG, 2. HE-RUCK, 3. EISERN, 4. SCHWITZBOLD.
Schluß der Sippung: Glock 2310 des Abends.

Die 68. Sippung

Auf der MAUER, am 5. des Windmonds a. U. 75.

Schlaraffiade
Eröffnung Glock 20-5 des Abends,
Funktion: Herrlichkeit AUSWENDIG ,
Eingeritten: Junker TONY, vom h. R. ZAGRABIA, Ritter THASPIS, vom h. R. CASTellum CORPJOUIAE, und Erb. Hkt. WALDBACH , vom h. R. VINDOBONA.
Anwesend: 15 Sassen,
Anläßlich der Ahallafeyer hält Herrlichkeit AUSWENDIG eine würdevolle Ansprache an das Reych und gedenkt aller in Ahall eingerittenen schlaraffischen Freunde.
Das Reych bringt ihnen ein aufrichtiges Trauerlulu!
Zum vorbereiteten Ausschuß für die Sippung " Höchster Heuriger ", AUF DER MAUER, werden Hkt. RASANT und Rt. TROP bestellt.
Junker TONY vom hohen Reyche ZAGRABIA überbringt eine Kiste Ahnen seines Reyches.
Zur Vermeldung über den Stand des Reychsschatzes:
Stand des Reychsschatzes R . M. 11, 31
Vorträge: Ritter KANN'S, " Dunkler Falter ", von Börris­ Münchhausen.
Ritter WASSERNÖCK, "Vom Sterben auf den Lande", ( Eigenfexung. )
Ritter TES-PISS, "Hamlets-Geist'r,
Ritter WASSERPNÖCK, "Der Schweiß", und Gutachten über Rt. TMMYS Schweißfußeinlage.
Poem von Ehrenritter Gaudeamus.
Forderungen: Ritter LOSE contra Ritter SCHWITZGOLD, Thema: Schweiß.
Schluß der Sippung: Glock 225 des Abends.

Zu den ersten Ehrenrittern des jungen Reyches AUF DER MAUER wurden die Ritter Eb-Hkt. FICHTE, VK 1x1 der hohen Allmutter, Eb-Hkt. UNSER HUM der hohen Vindobona und Hkt. WOLFRAM der hohen AN DER KLAUSEN erkürt.
E H R E N R I T T E R 1 x 1 der erhabenen Allmutter PRAGA !
Vize-Kantzelar Ritter 1 x 1 mit die Strümpf' an, wurde am 2. Eismond a. U. 50, Knappe 413 und am 17. des Ostermonds a. U. 50 zum Junker IGNAZ erhoben.
Der Ritterschlag wurde am 16. Ostermond a. U. 51 an ihn vollzogen.
Am 25. Ostermond a. U. 66 wurde er Erbschlaraffe.
Ursippe der hohen Praga wurde Ritter 1 x 1 am 6. Eismond a. U. 75 und am 5. Lethemond a. U. 75 erhielt er die Würde eines Erb. Vize-Kantzelars.
Ritter 1 x 1 , ein geistig hochstehender Mensch, beliebt und bekannt im ganzen Uhuversum. Jederzeit hilfsbereit den Reychen des Uhuversums, erwarb er sich die größten Sympathien. . Er war 11 Jahre Vizekantzler der ALL­MUTTER PRAGA, er führte das Allschlaraffische Sekretariat als Sekretär des Allmutterrates.
Nach Abtrennung, der später erfolgten Tatsache, daß sich die reichsdeutschen Schlaraffenreyche von der Allmutter Praga trennten, redigierte 1 x 1 erfolgreich „Derer SCHLARAFFIA ZEYTUNGEN“ und erwarb sich große Verdienste durch die Errichtung eines
ALLSCHLARAFFISCHEN ARCHIVES
Leider ist Ritter 1 x 1 einer schweren Bresthaftigkeit am 27. Herbsmond a. U. 77 erlegen und nach Ahalla abberufen worden.
Allzufrüh von uns gegangen, wird er von allen seinen Freunden tief betrauert.

EHRENRITTER „UNSER HUM“
des hohen Reyches VINDOBONA.

Der 17. Februar 1867 sollte für Schlaraffia und besonders für die erst 13 Jahrs später gegründete VINDOBONA bedeutungsvoll werden.
Zu Fulda in Hessen wurde dem eben von Mexiko heimgekehrten österreichischen Offizier von HOEN ein Sohn geboren.
Er nannte ihn nach seinem unvergesslichen Kaiser Maximilian. Der flügge gewordene Max trat wie sein Vater beim Wiener Regiment „Hoch und Deutschmeister " in die Armee ein.
Als 37 jähriger Generalstabsoffizier wurde er in der hohen VINDOBONA Schlaraffe. Fünf Jahre später, nach kurzer Junkermeisterschaft wurde er Oberschlaraffe.
Dies war im Herbst a. U. 50. VINDOBONA war noch in Trauer um den kürzlichen Heimgang des Erb. O. COMITE und des Erb. Sch. KUNIBERT ( O. BIM's Vater) hatte eben den Rahmen zur Abhaltung des glorreichen VII. Allschlaraffischen Konzils abgegeben. Zu den Oberen des Reyches, die Ritter OSTRAUCHEN, Ez. QUARGEL, THESPIS, hatte sich HUM gesellt.
Von den aktiven Würdenträgern jener Tage wirkt in gleicher Eigenschaft außer HUM nur mehr einer: Erb. Sch. CELLULOISL der eben sein 30 jähriges Schlaraffenleben feierte. Die Ritter HOFRAT, GSANGL und HEISSPORN hatten sich damals erst kürzlich sesshaft gemeldet Ritter RABE lenkte als Pilger seine ersten schüchternen Schritte in das Reych. VINDOBONA stand zu jener Zeit wahrhaft auf den Gipfel von Schönheit des schlaraffischen Lebens.
Schon der marmorsäulengerahmte monumentale Stiegenaufgang zum großen Saal der Veste HÖLLENSTEIN im obersten Stock Werk des Börsengebäudes, schlug jeden Neuankömmling in einen wundersamen Bann, um so mehr dann der Zauber des im vollsten Lichte erstrahlenden Festsaales mit seinen reichen Wand- und Deckenverzierungen, seinem glänzenden Thron, dem bunten, stets einem kleinen Konzil nahekommenden Gewimmel eigener Sassen und auswärtiger Freunde, von denen viele in blitzenden Uniformen erschienen. Ein farbenprächtiges bezauberndes Bild mit einer Perlenreihe unvergesslicher Sippungen auf hohem Niveau des Geistes und der Freundschaft .
Sippungen , die der zahlreichen Künstler wegen spät begannen und meist mit einigen Fortsetzungen, noch viel später endeten.
Hier schwang der jugendliche HUM in geist--­sprühender Weise das Reychszepter. Wenn er nicht fungierte saß er weit zurückgelehnt, mit unnachahmlicher - geradezu aufreizender, stiller Behaglichkeit dem glänzenden Getriebe zusehend. Die trug ihm von „böswilliger Seite'' das Geschenk einer Schlummerrolle und den Titul „Schlafgraf von Wachauf" ein. Doch wehe nenn sich jemand vermaß, den scheinbar göttlichen Schlummer zu stören. Der Frevler ward sofort mit einem Geistesblitz aufgespießt und in einer tosenden Lachsalve des Reyches an den Pranger gestellt.
Aus blendenden Sippungen und Burgfrauensippungen erwuchsen unter HUM's Anregung Krystallinen in der Burg und anderswo.
Da rief der plötzliche Tod STRAUCHENS, HUM an die erste Führerstelle. Ritter GSANGL und später HOFRAT waren ihm als Oberschlaraffen, Ritter HEISSPORN als Marschall, an die Seite getreten. Kantzelar war Ritter FREUNDSBERG, Schatzmeister Ritter CELLULOISL.
Schalere Probleme harrten der Lösung. Die Sassenzahl des Reyches VINDOBONA, war weit über 300 gestiegen und besonders durch Sesshaft-meldungen weiterhin im Wachsen begriffen. Die zunehmende Unmöglichkeit der Sassenunter­bringung und der Sippungsleitung schrie nach einer Regelung. Bald stand im Reyche das Thema „Reychsteilung"- im Spiegel nicht vorgesehen, -zur Debatte.

Phantastische Vorschläge flogen auf:
Teilung nach Autochthonen und Sesshaftgewordenen, Scheidung nach dem Alphabet, nach Wiener Wohnbezirken, endlich auch die "Freiwillige" Meldung zur neuen Gruppe. Doch fast alle wollten, -gewiß ein schönes Zeichen von Zusammengehörigkeitsgefühl, -bei der alten VINDOBDNA bleiben.
Als HUM, als weitblickender Pro-Redner, in der beschlußfassenden Schlaraffiade sprach, wurde ihm heftig entgegengerufen:' Und wer sollte überhaupt den neuen Teil führen'? Worauf er, rasch und opferbereit freudig entschlossen er klärte, selbst die Führung des neuen Teiles zu übernehmen. Dem ersten allgemeinen Entsetzen über die nicht gleich zu überblickenden Konsequenzen folgte ruhige Einsicht und endlich, nach HUM's Vorschlag, der REYCHSBESCHLUSS
Das Konzil in Zürich ( Juni 1914 )möge einer Spiegeländerung zur Gruppenteilung VINDOBONAS zustimmen. "
In den für alle Konzilsteilnehmer unvergesslichen äußerst schwierigen Debatte wurde dieser Antrag von HUM als Legaten VINDOBDNAS und von O. DEVAST der ALLMUTTER PRAGA als Konzilvorsitzenden in überragender, von fortreißendem Humor getragenen Meisterschaft, siegreich zum Beschluß geführt.
Das war HUM's erste Großtat um VINDOBONA. Die spätere Tat sollte sein, daß er es zuwege brachte, nach dem Kriege diese Teilung zufriedenstellend durchzuführen und beiden Gruppen, Mi und Do, der verbindende gemeinsame Vater zu sein.

Als der Krieg ausbrach, HUM Chef des Kriegspressequartiers im AOK wurde, und fast alle Sassen der österreichisch-ungarischen Reyche im Militärdienst standen, traten an HUM nicht minder schwierige Aufgaben heran. Durch die Umstände zu einer Art schlaraffischen "Obergotts" mit importierter militärischer Allmacht erhoben, sah er sich allsobald im Brennpunkt des Interesses aller von Kriegsnöten bedrückten Schlaraffenbrüder.
" No, wen hätt'ma denn da? " so lautete gewöhnlich die Frage. Und die Antwort natürlich:" HUM "' Jeder glaubte, der Einzige zu sein. Solche Anliegen, meist um eine kleine Verwendung entweder direkt im feindlichen Feuer oder manchmal auch weiter rückwärts, waren Legion. HUM hat in seiner beispiellosen Verbindung von Geduld, Güte, Gerechtigkeit und Rücksichtnahme auf militärische Pflicht die Frage gelöst. Ungezählte Familien ist er zum rettenden Schicksal geworden.
Diese Tätigkeit HUM's setzte sich in den schweren Nachkriegs­jahren in anderen Belangen fort. Zu einer Zeit wo das Reych geteilt wurde und er die Führung der Mi-Gruppe übernahm, aus der er in Eintracht mit der Schwestergruppe Do, unter Einführung ausgewählter Zuwächse, ein harmonieerfülltes Reych machte. In diese Zeit fällt auch die Erwerbung der eigenen Burg beim Wilden Mann. Wenn auch der Hauptteil der inneren Reychsangelegen­heiten anderen bewährten Händen anvertraut war, gab es wohl kaum eine Reychsangelegenheit, in der nicht Früchte seines schöpferischen 'Geistes , kritischen Sinnes, seiner Güte ausgleichend, und weitblickenden -abgeklärten Weisheit zum Ausdrucke kamen. Heftig und ganz energisch wurde er nur einmal, als der allschlaraffische Bestand durch den Einbruch trennender Ideen gefährdet war.
Wie selten Einer, hat er das eigentliche Wesen, den tiefsten Sinn der schlaraffischen Idee als " praktische Philosophie '· erfasst und stets bestätigt. Mit souveränen Lächeln turmhoch über den kleinlichen Nichtigkeiten des Lebens stehend, sah er als bestes Heilmittel für die meisten Konflikte und Spannungen die humorvolle milde Lösung, wo es anging, mittels der Travestie. Ungezählt sind seine geistvollen Ausfälle, durch die er sieghaft wirkte, auch im profanen Leben.
Im Kriegsarchiv Wien, dessen Direktor er ab 1916 war, wurden in der Umsturzzeit aufgeregte Existenzversammlungen des zahlreichen Personals abgehalten. Als HUM bei einer solchen, sich zuspitzenden Debatte lange in stoischer Ruhe zuhörte, sich endlich auch das Wort erbat und sagte:
" Meine Herren! Es gibt für den Mann nur einen einzigen Augenblick, in dem er aufgeregt sein darf: in der Umarmung der Frau. " Schallendes Gelächter löste die Spannung.

In einer Sippung kam HUM auf das Wirken der Ärzte im Kriege zu sprechen, die er als die eigentlichen Kriegsverlängerer bezeichnete, da sie immer wieder alle Soldaten gesund kuriert und so alle Verluste verhindert hätten.
Als Kaiser Karl nach persönlicher Übernahme des AOK (Armee Oberkommando) das Kriegspressequartier inspi­zierte, sagte er zu HUM: " Ich höre, daß bei ihnen eine Menge Leute sind, die noch nicht an der Front waren. Die müssen hinaus. Darauf HUM: „Majestät, das haben schon andere versucht, das wird auch Ihnen nicht gelingen. “
HUM führte u. a. auch den Titel " Embrassadeur d'Autriche". Diesen erhielt er vom O. BIM gelegendlich eines Burgfrauenabends bei dem er als Fungierender eine Art " Allmutterküsse " mimte.
So könnte man nach lange berichten von Blüten aus HUM's schier unerschöpflichem Jungborne. Vom letzten Uhubaumfeste aber schwingen einige Worte zu uns fort.
Er wies darauf hin, daß das Leben ein ständiger Abbau von Illusionen sei, Schlaraffia dagegen eine in uns selbst aufgebaute Illusion, ein Kindheitstraum, der am Uhubaumfest seinen besonderen Ausdruck findet und dem wir treu bleiben müssen. So wie äußerlich am Uhubaum, müssen wir immerwährend in unseren Herzen die Lichter entzündet halten, als Wegweiser in unserer Gemeinschaft und draußen in der Beträngtheit des Lebens.
Das 27 jährige Oberschlaraffat HUM's, dessen hervorragende, wissenschaftliche und gesellschaftliche Stellung in der profanen Welt, dem Reych immer sehr zu statten kam und der es verstand die rechten Mitarbeiter heranzuziehen, ist zugleich Reychsgeschichte VINDOBONA's, aber auch zum Teil ALLSCHLARAFFIAS. Die eiserne Bindung VINDOBONA­ - PRAGA, von HUM stets verstärkt und verteidigt, hat im Anprall schwerster Wogenstürme eine der stärksten Verankerungen für ALLSCHLARAFFIA gebildet.
Ritterlichkeit des Offiziers, Selbstlosigkeit,
Hilfsbereitschaft, feinsinniges mildes Verstehen, Menschenliebe - gekrönt von dichterischer Genialität und Lebensweißheit sind einige der kostbaren Eigenschaften HUM's, deretwegen ihm alle Herzen zuflogen, die das Glück hatten, mit ihm zusammenzutreffen.

EHRENRITTER FICHTE der erhabenen ALLMUTTER PRAGA .

Erbherrlichkeit F I C H T E redivivus wurde am 10. Lenzmond a. U. 58 Knappe No. 165 der hohen PRAGA, am 24. Windmond a. U. 58 zum Junker erhoben wurde er dann am 20. des Ostermond a. U. 59 zum Ritter geschlagen.
Am 7. des Ostermonds a. U. 75 war er zum Erboberschlaraffen erkürt und erhielt am 28. Ostermond a. U. 75 die Würde eines Erbschlaraffen.
Bis Ende der Jahrung a. U. 77 war FICHTE Erboberschlaraffe der PRAGA, dann legte er seine Würde nieder und übersiedelte nach Castellum ALBIENSE. Er zierte den Thron der ALLMUTTER volle 13 Jahre.
Erbherrlichkeit F I C H T E war einer der glänzensten Redner des Uhuversums, als Gelehrter-Götheforscher, ist er in der ganzen literarischen Welt bekannt und geehrt.
Nur mit allergrößten Bedauern sah das Reych PRAGA diesen als Mensch, Schlaraffe und Redner hervorragenden (dann scheiden. Die innigsten Wünsche für seinen Aufenthalt in der kleinen Stadt Leitmeritz begleiteten ihn dorthin, wo fern vom Lärm und Trubel der Großstadt, Erbherrlichkeit FICHTE nur seiner Wissenschaft leben wollte.
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Sie alle die wir nannten, waren und werden stets und allerwegen im Geiste mit und bei uns seine Was ideal denkende Männer einst schufen, setzen ideal denkende Mnner fort. So wie die kleine Calonie die einmal als das 296 zigste Reych in das Uhuversum aufgenommen wurde und heute nicht mehr an der letzten Stelle unserer Stammrolle steht, werden nach unserem Reych viele neue Reyche und wieder Colonien entstehen.
Wir wollen an unserem schönen Reych weiterbauen, wollen Schlaraffen sein und bleiben, getreu unserer unvergesslichen ALLMUTTER PRAGA, getreu der großen schlaraffischen Tratition DAS WALTE U H U
So steht es in einer Rede der Herrlichkeit VONGRATZ in der 71. Sippung vom 26. des Windmonds a. U. 75


Die 72. Sippung

vom 3. des Christmonds a. U. 75

In der welche als Schlaraffiade abgeführt Wurde, fungierte Herrlichkeit AUSWENDIG.
Es wurden das Uhubaum-Comite gebildet:
Ehren -Präses: Hkt. Ritter RASANT, Obmann: Ritter TROP, Mitglieder die Ritter SCHMETTERLING, USINGER, und die Klexer.
Herrlichkeit Auswendig hatte über den sogenannten Maurer Spiegel zu Beginn der Sippung gesprochen. Schlaraffen hört' : Bevor wir die heutige Sippung beginnen, fühle ich mich aus besonderen Gründen bewogen, eine Erklärung unserer Ansicht bekanntzugeben.
Schlaraffia AUF DER MAUER soll, wie man ab und zu zu hören bekommt, nicht immer am Spiegel und Ceremoniale festhält, man spricht mit Recht oder Unrecht vom sogenannten Maurer Spiegel. Wir nehmen an , daß solche Bemerkungen sebstverständlich nur in freundschaftlicher Weise fallen und daß damit kein Werturteil über unser Reych abgegeben werden soll.
Wie jede Gemeinschaft von Menschen nur dann zusammenleben kann, wenn Weisungen, Richtlinien oder Gesetze regelnd eingreifen, so gibt es auch für uns Schlaraffen Gesetze, die wir den Spiegel nennen. Damit aber kann natürlich nicht gemeint sein, daß starr am Wortlaut der SpiegelParagraphen festgehalten werden muß und daß jedes Abweichen untersagt ist. Ödes Paragraphenturn muß abgelehnt werden und entspricht auch nicht schlaraffischen Wesen.
Nicht einmal der profane Jurist kann sich nur an den Wortlaut der Paragraphen halten. Er würde damit zum sturen Paragraphenreiter, er muß als volksnaher Jurist den Sinn des Gesetzes interpretieren und die Paragraphen Weisen ihm nur den Weg, auf dem er gehen soll. Wäre es anders, so könnte jeder Laie Recht sprechen, indem er nach dem Text der Paragraphen, z. B, einen Dieb zu 1 bis 3 Jahren Zuchthaus verurteilt, indem er sich einfach an den Wortlaut des bezüglichen Gesetzesparagraphen hält.
Im Hinblick auf den sogenannten Maurer Spiegel könnte nun vielleicht an unserem letzthin stattgefundenen Junker und Knappenturnay Kritik geübt Werden und man könnte zu ganz falschen Schlüssen kommen. Wir dürfen heute gesteh'n, daß wir selbst, als Uns in groben Umrissen von dem Vorhaben unserer Junkertafel berichtet wurde, selbst in Ansehung der Führung durch unseren Stellvertretenden Junkermeister Ritter DIDELDUM, etwas beeindruckt waren. Denn was man beabsichtigte konnte sehr leicht zu einer schweren Entgleisung führen. Wir haben infolgedessen auch der Junkertafel durch eine besondere Geste beim Singen des Eröffnungsliedes zu verstehen gegeben, daß Wir durchaus nicht gewillt sind, die Zügel der Regierung aus der Hand zu geben und Wir konnten mit Genugtuung feststellen, daß die Junkertafel diesen, Unseren Hinweis verständnisvoll und schlaraffisch aufgenommen hat. Das Junkerturnay selbst war aktuell in der äußeren Form und wurde auch in Situationen, die leicht zu Extemporationen führen konnten, ohne Anlaß zu Bedenken oder gar Klagen zu geben, durchgeführt.
Der Nachwuchs der da heranwächst; ist - und diese Unsere Meinung soll besonders unterstrichen werden, - für Schlaraffia erfreulich. Was noch fehlt wird im Laüfe der Jahrungen, auch dann wenn unsere heutigen Junker schon Ritter geworden sa in sollten, noch ausreifen.
Wir haben auf jeden Fall, als Wir die Zügel der Regierung wieder ergriffen, um sofort die tatsächlichen Verhältnisse wieder herzustellen und um keine Zweifel an dem fest gefügten Bestand des Thrones aufkommen zu lassen, die Freveltaten der Junkertafel dadurch gesühnt, daß Wir die prominentesten Teilnehmer des Turney in das Burgverlies warfen. Unsere Junker fügten sich, wie Wir nicht anders erwarteten, schlaraffisch fröhlich unserem Befehl.
Wir können daher heute unseren Junkern und Knappen und im erweiternten Sinne auch schon den mitbeteiligten Prüflingen danken, denn sie haben eine schlarafffische Bewährungsprobe bestanden.
Wir möchten die Gelegenheit wahrnehmen gerade im Rückblick auf das Junkerturney noch folgendes zu sagen. Man spricht viel von der schlaraffischen Idee und vom schlaraffischen Gedanken. Vieles ist im Laufe der Zeit verloren gegangen. Es gibt die schlaraffische Idee und ihr Symbol ist die Allmutter PRAGA. Auch der schlaraffische Gedanke ist existent in der Zusammengehörigkeit aller Schlaraffen in der Welt. Schlaraffe sein ist ein Zustand, hat einmal jemand gesagt. Es ist jedenfalls mehr als ein Vereinsmitglied zu sein. Der Schlaraffe strebt nach dem Ideal, der den Menschen über das Alltägliche hebt. Er wünscht die Hochhaltung treuer selbsloser Freundschaft und er pflegt die Kunst, die t7uelle reinster Freude.
Schlaraffischer Humor ist ein Sorgenbrecher, dez' uns nach all den Mühen des profanen Lebens wieder zu neuer SchaffensFreude befähigt. Die Sippungstage aber sind die Kulminationspunkte schlaraffischen Wesens und Lebens.
Unsere Lieder, das " LULU PRAGA " und das " WIE KÖNNT ICH DEIN VERGESSEN ", sind zu den schlaraffischen Herzen gehend Hymnen und Weihegesänge, die uns zutiefst bewegen und feierlich stimmen.
Wir haben gewiß noch viel Arbeit vor uns, zu der wir unseren Nachwuchs dringend benötigen. Wir haben vor und nach der Sanktion schwere Kämpfe um unsere Existenz führen müssen und haben gesiegt, indem wir uns vielfach selbst besiegten. Wir haben auch um unsere Wiederaufrichtung gerungen und wir haben das Ziel, uns wieder Schlaraffen im eigenen Reych nennen zu dürfen, erreicht.
Wir werden gemeinsam dem jungen Reyche, dessen sind wir gewiß, den Platz im Uhuversum sichern könnender ihm zukommt und den es gewiß verdient.
Wenn wir uns heute zu dieser Erklärung und unserer Meinungsäußerung veranlaßt fühlen, so wollen wir damit nichts anderes erreichen, als allen möglichen Bedenken und Anwürfen im Vorhinein zu begegnen und so eine klare und reine Athmosphäre schaffen. Wir wollen die Sippungsabende so freudvoll und friedvoll gestalten als möglich und all das was profan menschlich ist soll wirklich draußen bleiben.
Wir wollen uns unter keinen Umständen die Freude am Schlaraffentum, von Niemanden verderben lassen, mag kommen was auch immer kommen will.

Lulu ALLMUTTER PRAGA­
Lulu unserem schönen Reych!